Warnemünder Woche 2005: Laser- Alarm
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Laser vor Warnemünde (Foto © Martin Kringel / Warnemünder Woche) |
Einziger Wehrmutstropfen der Veranstaltung: Die Bauverzögerung in Yachthafen und Residenz Hohe Düne, die jedoch für die Segler zu keinerlei Einschränkungen führt.
Einen „Lauf“ hat momentan der Rostocker Lasersegler Alexander Schlonski. Fünfter bei der Semaine Olympique in Hyere, Fünfter bei der Kieler Woche – der 25jährige Sportsoldat aus Rostock ist nicht zu bremsen und will auch beim Laser Europa-Cup vom 2. bis 5. Juli vor Warnemünde ganz vorne mitfahren. Die Konkurrenz ist groß: Mit 250 Startern aus 24 Nationen geht hier das größte Feld der Warnemünder Woche an den Start. Mit dabei auch der amtierende Zentral- und Südamerikameister und Zweite der Kieler Woche, Matias del Solar aus Chile und der Viertplatzierte der Kieler Woche, Maciej Grabowski aus Polen. „Eine Herausforderung für die Wettfahrtleitung“, weiß die sportliche Leiterin der Veranstaltung, Jutta Mohr.
Sehr gut besetzt ist auch das Feld in der für Frauen olympischen Bootsklasse Laser Radial. Mit der frischgebackenen Kieler Woche Siegerin Gintare Volungeviciute aus Litauen, die bereits im vergangenen Jahr vor Warnemünde siegte, Paige Railey aus den USA und der Deutschen Petra Niemann (10. Olympische Spiele von Athen im Europe) ist die momentane Weltspitze unter den insgesamt 50 Starterinnen vertreten.
Zum Duell der Damen kommt es auch auf Bahn Foxtrott: In der für Frauen olympischen Kielbootklasse Yngling trifft die Ex-Weltmeisterin im 470er Ines Pingel, geborene Bohn aus Schwerin auf ambitionierte Mitbewerberinnen um ein eventuelles Ticket für die kommenden Olympischen Spiele 2008: Die Berlinerin Ulrike Schümann. Auch will ihr die Dritte der Yngling-Weltmeisterschaft von 2004, Sharon Ferries aus Neuseeland, das Leben schwer machen. „Der Kampf findet nicht nur auf dem Wasser statt,“ verrät Jutta Mohr hinter den Kulissen.
Zu einem Stelldichein der Elite des Segelsports kommt es in der zweiten Wochenhälte insbesondere auf Bahn Charlie bei den Starbooten. Zehn Jahre lang zeigten sie den Gewässern vor Warnemünde die kalte Schulter und kommen nun mit den Distriktmeisterschaften und einem Staraufgebot wieder: Angeführt wird das 25 Boote zählende Feld von Mateusz Kusznierewicz aus Polen. Der mehrfache Olympiasieger im Finn Dinghy (Gold 1996 in Savanna, Bronze 2004 in Athen), zweifache Welt- und Europameister ist im nacholympischen Jahr in den Star umgestiegen. Gemeinsam mit seinem Landsmann Dominik Zycki hat er bereits auf der Kieler Woche der Konkurrenz mit dem Titelgewinn das Fürchten gelehrt. Einer der größten Widersacher könnten für die Polen Alexander Hagen und Kai Falkenthal werden, die 1997 den WM-Titel im Star holten.
Die Seiten wechseln wird anlässlich der Warnemünder Woche der Trainerkoordinator des Deutschen Segler-Verbandes (DSV), Dr. Malte Philipp. Gemeinsam mit Torsten Imbeck und Ulrich Matthiesen will der Drachen-Weltmeister von 2001 sich bei den Drachen erneut in Szene setzen. Ein Wiedersehen gibt es auch auf Bahn Bravo: Der Rostocker Matthias Bohn (31) nimmt statt Mikrofon und Stift nun wieder die Pinne in die Hand und will nach zwölf Jahren Abstinenz in seiner alten Bootsklasse Finn Dinghi wieder angreifen.
Alte Hasen gehen bei den German Open der Benétéau 25 vom 7. bis 10. Juli an den Start. So hat Uwe Mares (63), Segelolympiateilnehmer von 1972 und mehrfacher Europa- und Weltmeister im Tempest bei Sohn Kai (33) angeheuert. Seit fünf Jahren segelt die Vater-und-Sohn-Crew nun schon erfolgreich ganz vorne mit und gewannen u.a. die Kieler Woche 2005. Unter den 25 Teilnehmern in den Wettfahrten der 7,50 Meter langen Booten auch der zweite der Kieler Woche: Mads Christensen aus Dänemark.
Während ein Großteil der Segler in diesem Jahr noch einmal von der Mittelmole aus Kurs auf die Regattabahnen nimmt, testen die Teilnehmer der in Hohe Düne untergebrachten Bootsklassen die Regattatauglichkeit des neuen Yachthafens gegenüber. „Natürlich sind wir nicht glücklich mit der momentanen Situation im Yachthafen Hohe Düne“, gibt der Regattaleiter der Warnemünder Woche, Uwe Jahnke, unumwunden zu. Betont aber im gleichen Atemzug, dass die Segler während der Veranstaltung nicht durch Bauarbeiten beeinträchtigt werden. Mittels eines Shuttleservice werden die Aktiven Anschluss an die anderen Veranstaltungsorte der Warnemünder Woche haben. Entgegen ursprünglicher Planungen starten jedoch nur zwölf der insgesamt 29 Bootsklassen vom Yachthafen Hohe Düne aus.
Einschränkungen musste auch das Beachcamp in Höhe am Warnemünder Strand hinnehmen: Aufgrund von Lieferschwierigkeiten können die Teilnehmer noch nicht auf dem neuen olympischen Brett Neil Pryde RS-X starten und werden weiterhin in der Klasse Mistral zu sehen sein.


