Transat Jacques Vabre 2003: Nasse Tage und Nächte

07. November 2003 - Der Wetterbericht verspricht leider nichts Gutes für den sechsten Tag der Transatlantik-Regatta von Le Havre nach Bahia. Die vierzehn 18-Meter-Renner der Open60 Klasse und die 13 schnellen Trimarane gleicher Größe sowie die verbliebene 50-Fuß-Klasse sind auf dem Weg zu den Passatwinden. Nick Moloney und Sam Davies auf Team Cowes sind allerdings noch nicht aus der Schwerwetterkleidung herausgekommen. Die Tris hatten den Kanal in nur 10 Stunden überwunden, bei Bootsgeschwindigkeiten von 27 Knoten kein Wunder. Nach dem Wetterbericht der Rennleitung erwartet die Multis heute südliche Winde mit 30 bis 40 Knoten und 8 bis 10 Meter Wellen....

Wie es bei den Open60s seit Tagen aussieht, zeigt das Foto von VMI mit Sebastien Josse von der Route du Rhum (Foto © Benoit Stichelbout – www.vmi.fr/voile )

"Wir haben oft Segel wechseln müssen, hatten so ziemlich alle Kombinationen oben," berichtet Karine Fauconnier von Bord des Tri Sergio Tacchini (siehe Neuer Sturm voraus) "Bei Ouessant / Ushant hatten wir rund 35 Knoten Wind (Stärke 8) und die See war ziemlich rau. Aber wir sind OK und halten mit der Flotte der Tris mit," so die Skipperin. "Wir wussten, das die ersten Tage auf See eine Menge Aufmerksamkeit verlangen würden," ergänzt Co-Skipper Damian Foxall. "Unser Motto ist jetzt: Schnell Segeln und Sicher."

 

An Bord des Open60 Monos VMI ist die Antenne des Standard C ausgefallen, mit dem die ständige Position des Bootes an die Rennleitung übertragen wird. Die Antenne, vermutet Segellegende Isabelle Autissier, die Co-Skipperin von Sebastian Josse auf diesem Kurs, hat durch die raue See zuviel Wasser abbekommen. Dadurch bekommt VMI keine Positionsmeldungen der anderen Boote mehr mit. Wir bereiten uns auf einen weitere harte Nacht vor, meinte Isabelle Autissier gestern, "ich hoffe, die letzte, vor den Passatwinden."

 

VMI steht an sechster Position in der Mono-Flotte etwa querab der Straße von Gibraltar auf 16 ° 45' W – und hatte gestern Abend die Ausläufer einen Sturmtief-Trogs vor sich. Mit heftigem Wind und harter See, ebenso wie das wenige Meilen voraus liegende Team Cowes.

 

 

Kaum Kleiderwechsel auf "Sill"

Jourdain auf "Sill" und Alex Thomson erklärten gestern, warum sie weit nach Westen gegangen sind – außer ihnen liegt nur noch die gehandicapte Amor Lux mit dem Schweizer Bernard Stamm weiter westlich. Alex Thomson, "Sill", an vierter Position: "Wir knallen mit 11,5 Knoten durch die Gegend mit zwei Reffs im Groß und dem Stagsegel ((bei 35 Knoten Wind, die Red.)). Wir arbeiten die ganze Zeit hart an Deck, reffen aus und wieder ein, wechseln Vorsegel. Deshalb ziehen wir unsere Schlechtwetter-Kleidung gar nicht aus, zeihen sie nur bis zu den Fersen herunter, wenn wir in die Kojen springen. Wir werden langsam ungeduldig, wollen die NO-Passate erreichen und diese ungemütliche nasse Geschichte hinter uns haben."

"Wir gehen durch die letzte Mauer von 35 Knoten Wind gegenan, und dann springen wir raus vor der Front bei leichter westlicher Brise. Aber die wird sehr schnell drehen (der Trog) mit einem Windsprung auf Nord-westliche Winde mit 20 Knoten, die uns einige Tage nach SW blasen werden." Durch diese meteorologische Navigation will "Sill" die führende Ecover mit Mike Golding einholen. Golding hat wohl darauf gesetzt, das er die Trog-Ausläufer weiter südlich nicht abbekommt.

Der 39-jährige Roland Jourdain auf "Sill" gehört zu den erfahrendsten und erfolgreichsten Skippern der Open 60 –Szene. 2002 wurde er vierter bei der Route du Rhum, 2001 gewann er das Jacques Vabre, nachdem er 2001 bei der Einhand—Regatta um die Welt, dem Vendée Globe, dritter hinter Ellen MacArthur geworden war. 1995 hat er übrigens auch schon das Jacques Vabre gewonnen ...

Der 29-jährige Alex Thomson segelte 1999 mit Josh Hall auf dem open60 Gartmore auf den siebten Platz beim Jacques Vabre, da war er 25. Im Jahr 2000 wurde er dritter bei der Transatlantik-Regatta Europe1Star und Sieger im Round Britain and Ireland Race in Klasse 0. Der ehrgeizige Brite aus Gosport peilt das Vendée Globe an und wird wohl noch öfter bei großen Übersee-Regatten zu sehen sein.

 

Positionen Donnerstagabend 19 Uhr

(Boot / D zum Ziel / D zum Führenden)

Classement 60-Fuß Multis Mittwoch 19 Uhr

1. Belgacom – 3778 Sm

2. Banque Populaire – 6,6 sm

3. Groupama – 7,7 sm

4. Géant – 24 sm

5. TIM – 26 sm

6. Bonduelle – 29 sm

7. Foncia – 37 sm

8. Bayer Crop-Sciences – 39 sm

9. Gitana – 43 sm

10. Bisciuts la Trinitaine – 43 sm

11. Sergio Tacchini – 47 sm

12. Sodebo – 56 sm

13 Sopra Group – 80 sm

Open 60 monohulls:

1. Ecover, Mike Golding & Brian Thomson, 3240 sm

2. Virbac, Jean-Pierre Dick & Nicolas Abiven, 6 Sm zurück

3. PRB, Vincent Riou & Jérémie Beyou, 101 sm

4. Sill, Roland Jourdain & Alex Thomson, 106 sm

5. Team Cowes, Nick Moloney & Sam Davies, 136 sm

6. VMI, Sébastien Josse & Isabelle Autissier, 140 sm

7. Carrefour Prevention, Dominique Wavre & Michèle Paret, 182 sm

8. Cheminees Poujoulat - Armor Lux, Bernard Stamm &

Christophe Lebas, 200 sm

9. Arcelor-Dunkerque, Joe Seeten & Eric Dumont, 229 sm

10. Garnier, Patrick de Radiguès & Elie Canivenc, 265 sm

11. 60ème Sud, Didier Munduteguy & Juan-Mari Odriozola, 319 sm

12. Adecco, Bob Escoffier & Servane Escoffier, 387 sm

13. Loire Atlantique, Antoine Koch & François Robert, 388 sm

14. Tir Groupe, Mike Birch & Robert Birch, 514 sm

Open 50 Monohulls:

1. Storagetek, Régis Guillemot & Olivier Salnelle,

3617 Sm

2. Hellomoto, Conrad Humphreys & Paul Larsen, 21 Sm zurück

3. Branec III, Roger Langevin & Henriette Lemay, 126 sm

4. Defi Vendee Jean-François Durand & Stéphane Chemin, 152 sm

Open50 Multihull:

Wieder im Rennen!

MOLLYMAWK 4138 Sm

Aus dem Rennen:

CIMENT ST LAURENT

OBJECTIF 3

PINDAR

ATLANTIC NATURE

LABESFAL

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Die website der Regatta :

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