Smog über dem Mittelmeer
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Die aus meteorologischen Daten berechneten Trajektorien zeigen, wie verschmutzte Luftmassen aus Europa in einer Höhe von zwei bis vier Kilometern in den Mittelmeerraum transportiert werden. (Foto © Max-Planck-Institut für Chemie) |
Die Max-Planck-Gesellschaft schreibt in ihrem Bericht auf der website (link siehe unten): "Erste Ergebnisse der Messkampagne "Mediterranean Intensive Oxidant Study" (MINOS) präsentiert ein international zusammengesetztes Forscherteam am 25. Oktober 2002 in der Fachzeitschrift "Science". Die Wissenschaftler aus acht Ländern haben unter Federführung des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz sechs Wochen lang im Sommer 2001 die Atmosphäre im Mittelmeerraum untersucht und die chemische Zusammensetzung sowie die Energiebilanz in der Troposphäre - dem Teil der Atmosphäre, wo sich das Wetter und die Wechselwirkungen mit der Erdoberfläche abspielen - sowohl vom Boden wie vom Flugzeug aus gemessen. Ziel der Messkampagne war es, den weiträumigen, Ländergrenzen und Kontinente übergreifenden Transport verschmutzter Luft und ihren Einfluss auf die Luftqualität und das Klima in der Mittelmeerregion aufzuklären. Ihr Befund: Bemerkenswert hohe Verschmutzungen verursachen eine großräumige Verschlechterung der Luftqualität und eine Verminderung des Niederschlags in dieser Region.
Operationsbasis von MINOS war die Insel Kreta, wo eine Messstation eingerichtet wurde, um zahlreiche gasförmige und feste Bestandteile der Luft sowie die Intensität der Sonneneinstrahlung auf der Erdoberfläche zu untersuchen. Gastgeber der Messkampagne war die Universität Kreta in Heraklion. Zwei Forschungsflugzeuge, ein Düsenflugzeug vom Typ "Falcon" des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) und eine "King Air" der Universität Tel Aviv, führten mehr als 20 Flüge zur Bestimmung der Luftzusammensetzung über dem Mittelmeer durch. Die Energiebilanz für die Troposphäre wurde von einer Forschergruppe der Universität Kalifornien in San Diego gemessen."
Die Erkenntnisse der internationalen Forschergruppe:
"Die Messungen zeigen einen bemerkenswert hohen Verschmutzungsgrad der Luft, der von der Erdoberfläche bis in die Spitze der Troposphäre in 11 bis 15 Kilometer Höhe reicht (s. Abb. 1). Die stärkste Verschmutzung wurde in den unteren vier Kilometern beobachtet: Sie stammt sowohl aus West- als auch aus Osteuropa (s. Abb. 2). Verursacher sind Industrie, Verkehr, Waldbrände sowie landwirtschaftliche und häusliche Kleinfeuer. Da es in der Mittelmeerregion während des Sommers nur wenige Wolken gibt, ist die Sonneneinstrahlung hoch, so dass schädliche Reaktionsprodukte im photochemischen Smog gebildet werden. Die daraus folgende Luftverschmutzung besteht aus Ozon und mikroskopisch kleinen Teilchen, den Aerosolen.
In größeren Höhen, über 4 Kilometer, tragen weiträumige Lufttransporte aus Nordamerika und Asien stark zu der Luftverschmutzung bei. Diese Transporte folgen den vorherrschenden westlichen Winden, die typisch für Regionen außerhalb der Tropen sind. Doch die Wissenschaftler entdeckten noch eine weitere Schmutzschicht: Diese befindet sich in der oberen Troposphäre, in Höhen über 8 Kilometer Höhe, und konzentriert sich vor allem über dem östlichen Mittelmeer. Diese Verschmutzung hat ihren Ursprung in Südasien, wo sie durch Gewitter während des indischen Monsuns in die obere Troposphäre verfrachtet wird. Dort gerät sie in den ostwärts gerichteten tropischen Jetstream und wendet sich dann über dem östlichen Mittelmeer nach Norden. Von da aus kann sie sogar bis in die untere Stratosphäre vordringen, wodurch Verschmutzungen aus Asien bis in den unteren Teil der Ozonschicht befördert werden.
Nahe der Erdoberfläche hat die Luftverschmutzung mehrere unerwünschte Folgen: Zum einen wird der in der Europäischen Union geltende Acht-Stunden-Standard für Ozon (110 Mikrogramm pro Kubikmeter) während des Sommers in den meisten Teilen des Mittelmeerraums überschritten. Übersteigt die Ozonkonzentration diesen Grenzwert, sind schädliche Wirkungen für die menschliche Gesundheit und die Ökosysteme zu erwarten. Zudem verursachen sie Ernteverluste in der Landwirtschaft."
Die Untersuchung der Max-Planck Gesellschaft auf der website:


