Seenotretter: Segler von brennender Yacht und Kapitän vom Kutter geholt

03. Mai 2010 - Unter widrigen Seegangs- und Witterungsbedingungen hat die Besatzung des Seenotkreuzers HANS HACKMACK der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) 20 Seemeilen (ca. 37 Kilometer) westlich Büsum auf der Nordsee den schwer verletzten Kapitän von seinem Kutter abgeborgen und in den Hafen von Büsum gebracht. Außerdem haben die freiwilligen Seenotretter der Stationen Gelting und Langballigau nachts in der Flensburger Förde einen Mann von seiner brennenden Segelyacht geborgen.

Die Hans Hackmack, DGzRS, in unruhiger See. ( Photo (C) :Helmut Hofer /DGzRS)

Der Mann (34) war beim Aufholen der Netze von dem Gestänge einer Winde getroffen worden und zusammengebrochen.
 Der Notruf erreichte die Seenotretter gegen 17.30 Uhr. Vormann Jörg Lüdtke vom Seenotkreuzer HANS HACKMACK und seine Besatzung machten sich umgehend auf den Weg. Vor Ort gelang es, trotz zwei Metern Seegang und westlichen Winden um fünf Beaufort (35 km/h Geschwindigkeit), mit dem Tochterboot EMMI längsseits des Kutters „Nordsteer“ zu gehen. Der Mann wurde auf See übernommen und im Bordhospital des Seenotkreuzers von einem Rettungssanitäter erstversorgt.
Vormann Jörg Lüdtke  von der DGzRS: „Wir mussten angesichts der sehr kurzen und steilen See mehrere Anläufe fahren, um sicher bei dem Fischkutter längsseits zu gehen. Im richtigen Moment erfolgte die Übernahme des Verletzten.“
In Büsum, wo die Seenotretter gegen 20.15 Uhr eintrafen, wartete schon der Landrettungsdienst, der den Schwerverletzten zur ärztlichen Behandlung ins Krankenhaus nach Heide transportierte.
Der aus Lübeck stammende Kapitän Heiko W. war mit der „Nordsteer“ aus Greetsiel auf Krabbenfang vor der Küste Nordfrieslands unterwegs. Der Steuermann und ein Bootsjunge fuhren den Kutter nach Büsum zurück.


Segler gerettet


Die freiwilligen Seenotretter der Stationen Gelting und Langballigau haben in der Nacht vom 22. auf den 23. April 2010 in der Flensburger Förde einen Mann von seiner brennenden Segelyacht geborgen. Er kam mit einer schweren Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Die Segelyacht wurde vom Seenotrettungsboot WERNER KUNTZE nach Langballigau eingeschleppt.

Kurz nach Mitternacht informierte die dänische Seenotleitung MRCC Aarhus die SEENOTLEITUNG BREMEN der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), dass eine vermutlich auf dem Weg von Flensburg ins dänische Sonderburg befindliche Segelyacht Feuer an Bord gemeldet habe. Eine genaue Position vermochte der Schiffsführer nicht anzugeben.


Die SEENOTLEITUNG alarmierte die freiwilligen Seenotretter aus Gelting und Langballigau, die sofort in die Flensburger Förde ausliefen. Eine Kommunikation mit dem brennenden Schiff war nicht mehr möglich – jedoch schoss der Skipper rote Raketen ab, so dass die Seenotretter den etwa vier bis fünf Seemeilen entfernten Einsatzort anlaufen konnten.
Als das Seenotrettungsboot JENS FÜERSCHIPP aus Gelting bei der etwa 12 Meter langen Segelyacht eintraf und längsseits ging, war in der Dunkelheit starke Rauchentwicklung aus dem Innenraum auszumachen. Der Skipper aus Skandinavien, der allein an Bord war, war kaum noch ansprechbar und nicht mehr in der Lage, selbstständig auf das Seenotrettungsboot überzusteigen. Die Seenotretter brachten ihn auf die JENS FÜERSCHIPP und begannen sofort mit der medizinischen Erstversorgung. Unter Höchstgeschwindigkeit liefen sie nach Sonderburg / Dänemark, wo bereits ein Rettungstransportwagen wartete.


Die Seenotretter der Station Langballigau stellten in der Nacht eine Leinenverbindung zu der brennenden Segelyacht her. Auf dem Havaristen: Leif Rohwer (li.), Oliver Bohn (re.), vorne auf dem Seenotrettungsboot WERNER KUNTZE: Georg Diederichsen (li.) und Vormann August Wilhelm Philippsen (re.).

Kurz nach der JENS FÜERSCHIPP traf auch das Seenotrettungsboot WERNER KUNTZE aus Langballigau bei der jetzt herrenlos in der Nacht treibenden Segelyacht ein. Die Retter stellten eine Leinenverbindung zur brennenden Segelyacht her und schleppten das Schiff nach Langballigau, wo es der Freiwilligen Feuerwehr Langballig gelang, die Yacht zu löschen.
Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschten in der Flensburger Förde Winde mit vier, später abnehmend zwei Beaufort bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.


Gerade vorgestern war Vormann August Wilhelm Philippsen von Langballigau durch Ministerpräsident Peter Harry Carstensen die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht worden. Er war beim Einsatz mit Axel Willi Bohn (Schiffsführer), Oliver Bohn, Leif Rohwer und Georg Diederichsen an Bord. Den Einsatz auf der JENS FÜERSCHIPP fuhren Vormann Thilo Heinze mit Timm Paulsen, Frank Paulsen und Johnny Erichsen.


www.seenotretter.de

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