Route du Rhum - im Mast
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Ellen MacArthur im Mast bei ruhigem Wetter ... (Foto © Thierry Martinez/ KingfisherChallenges)
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Die Aufhängung des Blocks für den Gennaker hatte sich gelöst, der Gennaker war nicht mehr zu heissen – und damit das Boot nicht mehr optimal zu segeln. Aber seit Tagen hatte sich doch MacArthur mit Mike Golding auf Ecover ein Duell geliefert – auf wenigen Meilen Abstand, manchmal sogar in Sichtweite! Matchrace nach rund 2000 Meilen ! Golding knallte gestern der Spi durch – in einer plötzlich auftretenden Bö. (Von wegen harmloser Passat ...)
Ellen beschrieb gestern die Wetterbedingungen in einem Gespräch über das Iridium-Satellitentelephon: "Wind 20 bis 25 Knoten, hatte eine Stunde mit 28 bis 30 Knoten ((Stärke 7)). Viel Brise für den Spinnaker - ich konnte das Ding nicht runter kriegen .... wir machen im Moment 18 Knoten über Grund und ich muss in etwa einer Stunde halsen. Ich weiss nicht, ob ich a) den Spi in 23 Knoten Wind runter bekommen und b) ob ich ihn auf der anderen Seite wieder hoch bekomme ... Bei 23 Knoten kann der Autopilot aber nicht das Boot steuern. Ich muss ein Reff ((ins Groß)) kriegen ..... Es briste heute morgen auf, der Wind ging plötzlich von 23 Knoten auf 27, 28, 29 Knoten hoch ..." In den vertrackten Windbedingungen knallte der Spi von Mike Golding, und er verlor etliche Meilen auf MacArthur, die zunächst mit 33 Meilen und heute morgen nur noch mit 2 Meilen führt und noch rund 1400 Meilen vor sich hat. Ach ja: nach zwei Stunden gab sie Entwarnung: Sie war in den schwankenden Mast gestiegen und hatte den Block in 24 Meter Höhe repariert ....Vorsegel unten, ddurch verlor sie etliche Meilen auf Golding.
Unter welchen Bedingungen die Einhandsegler auf dem Atlantik arbeiten, zeigt das erste Pech der 26-jährigen Britin: MacArthur hätte schon vor vier Tagen fast ihren Mast verloren. Die Befestigung des Backstags achtern am Spiegel war fast aus der Halterung gebrochen, gerade noch hatte sie es bemerkt und den Druck rausgenommen. Dann Stunden später eine Mastbiegung nach vorn ! Und trotz 40 – 45 Knoten Wind alles repariert. Beide Satelliten-Systeme sind ausgefallen, weil sie zu viel Wellenschlag abbekommen hatten. Berichte kommen jetzt über das Iridium Handphone – sehr deutlich und klar zu hören! (Link bei Kingfisher Challenges www.kingfisherchallenges.com - aber besser mit DSL, sonst dauert es lange mit dem Download. )
Roland Jourdain auf Sill holt nach einem Pitstopp in Madeira mächtig auf: Er hat sein Segel repariert, lag an achter Stelle beim Neustart – und jetzt an vierter ! Er hat gute Chancen, die beiden Führenden noch einzuholen – es wird, meinte auch Golding, ein spannendes Finish geben! Die fünfte Mirranda Merron auf UUDS ist inzwischen auch froh, nicht mehr dauernd unterm Feuerwehrschlauch zu stehen, wenn sie an Deck geht. Und an siebter Stelle segelt – der 71-jährige Mike Birch, der Veteran der Route du Rhum!
Nach den vielen Ausfälle bei den Trimaranen führt jetzt Steve Ravussin auf dem älteren "TechnoMarine – dem alten Foncia von Alain Gautier von 1997. Zweiter ist 300 Meilen zurück Lalou Roucayrol auf Banque Populaire und dritter Mark Guillemot auf "Biscuits La Trinitaine – Ethypharm" vor Desjoyeaux auf Géant.
Die einzige Frau im Tri-Zirkus, Karine Fauconnier, die ihren Tri Sergio Tacchini nach einem Mastbruch im Orkan aufgeben musste und wegen der hohen See nicht von einem Frachter abgeborgen werden konnte, wurde von Konkurrent Bob Escoffier auf Adecco Etoile Horizon (Monohull 60') aufgenommen und in Madeira abgesetzt. Ebenso wie Fujifilm soll der treibende Tri von einem gecharterten Boot in Schlepp zum nächsten Hafen genommen werden.
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Route der Härte!
Route du Rhum: Bruch, Bruch, Bruch
Transatlantik, dem Rum hinterher mit der Vorstellung der prominentesten Teilnehmer
Die website der Route du Rhum:
www.routedurhum.org in Französisch und Englisch.
Fakten der Route du Rhum
Läuft seit 1978 ( Teilnehmer damals unter anderem Mike Birch, der jetzt wieder dabei ist mit 71 Jahren !) alle vier Jahre. Sie geht über 3540 Seemeilen von St. Malo in Nordfrankreich nach Pointe a Pitre auf Guadeloupe (Karibik) und dauert zwischen 16 und 18 Tagen (die schnellen Tris sind in rund 13 Tagen dort). 2002 sind 59 Konkurrenten dabei, allein 17 berühmte Namen in der Open60-Klasse. Den Rekord bei den Einrumpfyachten hält seit 1994 (!) Yves Parlier auf Cacolac d'Aquitaine mit 15 Tagen 19 Std. und 23 Minuten.


