Route du Rhum 2002: Ellen MacArthur siegt
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Ellen MacArthur auf Kingfisher kurz vor dem Ziel vor der Küste Guadeloupes (Foto © Gilles Martin-Raget/ Promovoile/Marine Nationale)
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Mit 13 Tagen, 13 Stunden und 31 Minuten stellte die 26-jährige MacArthur den seit 1994 bestehenden Rekord für Monohulls um fast zwei Tage ein. Sie segelte vom Start in St. Malo / Frankreich, wo sie als Erste über die Startlinie ging, insgesamt 3968 Seemeilen mit einem Durchschnitt von 12.9 Knoten bis Pointe-a-Pitre/ Guadeloupe, wo sie nach Ortszeit um 23: 17 Uhr ankam. 3968 Seemeilen allein auf dem 18-Meter Boot Kingfisher steuern, Manöver segeln wie die mit der riesigen Segelfläche schwierigen Halsen, Wetterkarten und Seekarten studieren, essen, trinken und die Müdigkeit bekämpfen, oder wenigstens minutenlang schlafen. Und dann noch in den ersten Tagen des Rennens einen Orkan mit mehr als 60 Knoten Wind abwettern ....
1990 begeisterte sich die Seglerwelt am Sieg der Französin Florence Arthaud auf Pierre 1er ? doch das war ein schneller Trimaran. Sylvie Viant, Präsidentin des Rennkomitees, lobte begeistert: MacArthur sei die größte Seglerin aller Zeiten. Sie sei brillant in allen Kategorien, spreche perfekt Französisch, und wolle ständig mehr lernen, aus eigener Erfahrung oder von erfahrenen Kollegen wie Alain Gautier und Yves Parlier.
Ellen MacArthur auf Kingfisher, hier kurz vor dem Ziel, gewann als erste Frau auf einem Mono in Rekordzeit den Transatlantik-Klassiker Route du Rhum 2002 (Foto © Gilles Martin-Raget/ Promovoile/Marine Nationale)
Mehr hätte ich nicht geben können
Ellen MacArthur äußerte sich erschöpft aber begeistert nach dem Sieg in einer Pressekonferenz (in französisch) : "Es war ein höllisches Rennen. Der Stressfaktor lag wohl kaum mal unter dem Maximum. Mehr hätte ich nicht geben können. ... Ich kann nicht sagen, dass dies leichter war als das Vendée Globe (das Einhand Weltrennen 2001), es hat jede Unze mentale und physische Stärke von mir gefordert. Aber es war ein fantastisches Rennen, das beste! Wenn ich morgen wieder rausgehen müsste, würde ich es tun! .... Das es ein englischer Sieg war, sei ihr egal: Ich sehe keinen Unterschied zwischen Franzosen oder Engländern, ich fühle europäisch.... Mike Golding hat ein fantastisches Rennen gesegelt, er hat uns an unser Limit gezwungen....
( Golding war bis auf die letzten Tage ständig wenige Meilen hinter ihr.) Beide waren gezwungen, auf dem Atlantik in den Mast zu steigen ? unter diesen Bedingungen war es wohl für beide das härteste, meinte MacArthur. "Ich fühle mich nie einsam auf See, aber vom Masttop auf das Boot herunter zu sehen, das durch die Wellen surft, ist keine entspannende Situation."
Sie betonte zudem die Hilfe des Teams: "Ich war nie allein. Dieses Ergebnis ist die Folge von Teamwork, vor allem in den Monaten der Vorbereitung." Vor vier Jahren erst hatte Ellen MacArthur vom Sponsor Kingfisher erstmals ein 50-Fuß-Boot bekommen, mit dem sie 1998 die Route du Rhum in ihrer Klasse gewann. Mit dem Open60 Kingfisher(in Neuseeland gebaut), den sie allein von Kap Hoorn bis England überführte, startete sie 2000 beim Vendée Globe, der Einhand-Regatta um die Welt. Die sie nur durch großes Pech kurz vor dem Ziel nicht gewinnen konnte und Zweite wurde.
Auch der zweite brach Rekord
Der 42-jährige Mike Golding auf Ecover kam nach 13 Tagen spannendem Kampf 9 Stunden und 17 Minuten nach Kingfisher ins Ziel. Auch er hatte den alten Rekord mit 13 Tagen und 22 Sunden, 49 Minuten (Durchschnitt 10,6 Knoten auf dem Großkreis) gebrochen. Golding, ehemaliger Feuerwehr-Mann, musste zweimal in den Mast, verlor zwei Spinnaker, die ihn vielleicht zum Sieg hätten tragen können. Golding, der beim Vendée Globe mit Ecover Pech hatte, meinte: Er bewundere Ellen MacArthur und beneide sie um das Team, das so gute Vorbereitungen treffe und sie so unterstütze. Sie sei eine großartige Seglerin. Aber auch er werde gewinnen, demnächst ....
Dritter über alles ist Michel Desjoyeaux, der 2001 das Vendée Globe gewann, auf dem Trimaran Géant. Er brauchte mit dem 18-Meter Trimaran, mit dem er insgesamt 4555 Seemeilen durchs Wasser zurücklegte (also fast 1000 Meilen mehr als auf dem Großkreis) 13 Tage, 7 Stunden und 53 Minuten. Der alte Tri-Rekord liegt um fast einen Tag schneller. Auch Desjoyeaux war durch ein gebrochenes Ruder gehandicapt, beendete aber das Rennen, in dem von 18 der großen 18-Meter-Trimaranen 15 (fünfzehn) ausfielen, die meisten wegen des Orkans vor Portugal.
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Zur Route du Rhum
Route du Rhum: Bruch, Bruch, Bruch
Transatlantik, dem Rum hinterher mit der Vorstellung der prominentesten Teilnehmer
Die website der Route du Rhum:
www.routedurhum.org in Französisch und Englisch.


