Nordseewoche Rund Helgoland ; Segeln mit Lichtschutzfaktor 45

16. Mai 2005 - Einmal um die Insel herum, mit kleinen eingebauten Schikanen, hieß es am Pfingstsonntag für die Teilnehmer der Nordseewoche. „Unique“ gewinnt BHF-Bank Cup. Nachdem gestern Abend ein kräftiger Schauer auf die Nordseehalle niederging, in der die große Seglergemeinde mit den Inselbewohnern die hanseboot-Party feierte, strahlte die Sonne heute Morgen zur Rund-Helgoland-Wettfahrt wieder kräftig. Stefan Lehnert, Wettfahrtleiter der Nordseewoche, war dementsprechend zufrieden: „Wir hatten heute allerbestes Segelwetter bei drei bis vier Windstärken aus Nordost, auf Nord drehend“, so Lehnert. Die Crews waren etwa sechs bis sieben Stunden rund um die Insel unterwegs – und boten somit allen Helgoland-Besuchern ein wunderschönes Bild.

Nordseewoche Helgoland (Foto © Mareike Guhr/ Nordseewoche.org)

Björn Jonas, Taktiker auf der „Unique“, hatte am Morgen vorsichtshalber

Lichtschutzfaktor 45 aufgelegt: „Das war ein Traumtag auf See heute. Und bei uns lief es wirklich gut, obwohl wir eine bunt gemischte Crew waren“, so

Jonas. Die Unique (Ex-„Rubin“) kam als „First Ship Home“ in den Hafen, und

durfte sich über den neu gestifteten Wanderpreis in Form einer Schiffsglocke

freuen – den BHF Bank Cup für das erste Schiff nach gesegelter Zeit in der

Klasse IMS 1.

 

Nach berechneter Zeit musste die „Unique“ von Bernd Kriegel der „Hanseatic

Lloyd“ von Christian Plump den Vortritt lassen. Dritte wurde die „Varuna“

von Jens Kellinghusen.

 

Die IMS Gruppe 2 gewann die Crew der „Vihuela“ von Gerhard Schulz, gefolgt

von Heiko Päsler mit seiner „Static Electric“ und in der IMS Klasse 3 setzte

sich „Mandus Helmholt“ auch heute erneut gegen die Konkurrenz durch. Den

Sieg in IMS 4 konnte Florian Jungblut auf seiner "Stalker" für sich

verbuchen.

 

 

Die neue Outsider – die Vorgängerin war eine Admirals Cup Legende (Foto © Heinrich Frank / Nordseewoche.org)

Glücklich war vor allem die Crew an Bord der „Outsider“, der mit Spannung

erwarteten Elliot 45 von Admirals Cup Sieger Tilmar Hansen, die in der ORC

Klasse 1 startete. Die zufriedenen Gesichter der ehemaligen Cupper-Segler

an Bord waren allerdings nicht wirklich auf die Ergebnisliste

zurückzuführen, sondern eher auf den Segel-Spaß. „Wir hatten teilweise 15,

16 Knoten auf dem Speedo, das macht einfach Laune“, so Steuermann Tom Ross. „Auch wenn unser Schiff nicht für diese Art von Wettfahrten gebaut ist und wir auf der Ergebnisliste weiter hinten zu finden sind“.

 

Weniger Glück auf der heutigen Wettfahrt hatte der Jubilar der diesjährigen

Nordseewoche, der 78-jährige Rudi Lässig aus Bremerhaven. Konnte er gestern noch  die Zubringerregatta nach Helgoland in der Klasse IMS 4 gewinnen und einen Ehrenpreis für seine fast unglaubliche, nunmehr 50. Teilnahme an der Nordseewoche entgegennehmen, musste der Skipper die heutige Wettfahrt wegen eines Schadens am Vorstag seiner „Dwars-Gat“ abbrechen. Trotzdem war sein Fazit: „Die Nordseewoche ist immer anders, immer interessant. Das war ein toller Segeltag heute, wir hatten praktisch ideale Bedingungen, aber es sollte nicht sein. Jetzt reparieren wir das Stag und fahren wieder nach Hause.“

 

Während die Regattacrews sich von den Strapazen der Wettfahrt erholten,

kletterte Ralf Hoppe von Yacht zu Yacht und machte einen Sicherheitscheck

bei den Yachten, die morgen auf die Langstreckenregatta nach Edinburgh

(Schottland) gehen. 34 Yachten sind für die 400-Meilen-Regatta gemeldet.

„Alle, die ich heute kontrolliert habe, waren vorbildlich ausgerüstet“,

erklärte Hoppe.

Am Pfingstmontag gegen 14.00 Uhr startet das Feld auf die

etwa vier Tage dauernde Regatta.

 

Vorher, ab etwa 9.00 Uhr, wird jedoch noch die traditionsreiche Wettfahrt

„Helgoländer Acht“ ausgesegelt, bevor es auf die Rückregatten nach Cuxhaven, Wilhelmshaven und Bremerhaven geht und die 71. Nordseewoche sich langsam ihrem Ende zuneigt.

 

Lesen Sie dazu auch unsere Berichte

Nordseewoche

 

Die aktuellen Ergebnisse unter www.nordseewoche.org

 

 Seite drucken  |   Seite versenden