German Tornado Grand Prix in Lindau am Bodensee

23. Juni 2010 - 25 Teams standen drei Tage vor dem Start des „German Tornado Grand Prix“, der Deutschen Bestenermittlung der Tornado-Klasse vom 23. bis 27. Juni 2010 beim Lindauer Segler-Club (LSC) auf der Teilnehmerliste. Nicht nur die Wettfahrten selbst sollen zuschauernah vor der Insel stattfinden. Am Donnerstag und Freitagabend sind zusätzlich „Speedsailing“-Rennen – ein neues Wettkampfformat, das spektakuläres Segeln bieten soll – direkt vor der Kaimauer geplant.

Tornado hart am Wind. (Foto (C) www.gtgrandprix.de )

An den Start (1. Wettfahrt am 24. Juni ca. 12 Uhr) gehen Top-Segler  wie Bronzemedaillengewinner Roland Gäbler (Hamburg/Tinglev),
Sebastian Moser (Schluchsee) oder Ex-Kaderseglerin Christina Loweg (Stuttgart). Als Lokalfavoriten gelten die Drittplatzierten der
letztjährigen Bestenermittlung, die Lindauer Veit Hemmeter und Dominik Halbing, sowie Markus Betz aus Überlingen. An der Spitze
einer starken österreichischen Flotte segeln Manfred und Michael Schönleitner (Attersee).

Der gastgebende LSC und Wettfahrtleiter Alexander Fundele wollen mit den geplanten 13 Läufen nicht nur den Seglern gerecht werden. Die
Regattabahn soll möglichst nah vor der Lindauer Insel liegen. Bei dem angekündigten Nordostwind – zwei Beaufort und täglich steigende
Temperaturen unter blauem Himmel! – sind die Mole des LSC-Hafens und die Löwenmole am Stadthafen die besten Plätze.


Aber auch das Fahrerlager ist öffentlich zugänglich. Auf der Wiese vor dem LSC am Segelhafen werden die Tornados gelagert. Dort kann man
die Zweirumpfboote, die wie Pfeile das Wasser durchschneiden, vor und nach den Wettfahrten begutachten. Auch die Segler stehen dort gerne
zu einem Plausch über das Gefühl, wenn man mit einem Tornado übers  Wasser fliegt, zur Verfügung.


Speedsailing am Donnerstag- und Freitagabend vor der Mole


Eine zusätzliche Wettkampfform soll am Donnerstag- und Freitagabend
erstmals über die Bühne gehen. „Speedsailing“ hat Ex-Weltmeister und
Bronzemedaillengewinner Roland Gäbler konzipiert. Gruppenweise werden
wie beim Boardercross – bekannt von den Snowbordern bei den
Olympischen Spielen in Vancouver – vier bis sechs Tornados
gleichzeitig ins Rennen gehen. Der Kurs direkt vor der LSC-Mole führt
zu einer Wendemarke und direkt zurück. Nach nur 10 bis 15 Minuten
kann das Rennen (je nach Windstärke) schon zu Ende sein, dann startet
die nächste Gruppe. Im K.o.-System geht es bis ins Finale am Samstag.
Das „Speedsailing“ ist am Donnerstag und Freitag bei geeigneten
Windbedingungen jeweils ab 17 Uhr nach den regulären Grand-Prix-
Wettfahrten vorgesehen. „Speedsailing“ gibt es dieses Jahr nur in
Lindau und in Travemünde! „Das ist ein Experiment, wir wollen nicht
nur auf den alten Up-and-down-Kursen segeln“, freut sich Gäbler auf
diesen neuen Segelwettkampf.

www.gtgrandprix.de

Tornado: Spektakuläre Bootsklasse, in der allein das Können zählt

Der Tornado ist eine der spektakulärsten Bootsklassen. Das 6,1 Meter lange Zweirumpfboot (Katamaran) wird von zwei Personen gesegelt. Die Segelfläche beträgt knapp 24 Quadratmeter. Der „High-End-Katamaran“ hatte von 1976 bis 2008 Olympia-Status. Die Klasse kämpft auf internationaler Ebene um die Wiederaufnahme ins olympische Programm. Anfang des Jahrzehnts wurde der Tornado mit einem Gennaker (25 qm) und einem Doppeltrapez für Vorschoter und Steuermann aufgerüstet. Seither hat er sich aber weitgehend als Einheitsklasse entwickelt. Sämtliche Maße sind vorgeschrieben. 90 Prozent der Crews segeln mit identischem Material, das ausgereift und einfach zu bedienen ist. Entscheidend für gute Platzierungen ist also das Können der Crew, nicht konstruktive Basteleien am Material. Die größten deutschen Tornado-Flotten sind an süddeutschen Seen und norddeutschen Küsten zu finden. „Der Tornado ist der Klassiker unter den Regatta-Katamaranen, schön, schlicht und schnell“, fasst Roland Gäbler, der 46-jährige Bronzemedaillengewinner von Sydney 2000, zusammen.

Spektakulär sind vor allem die schnellen Manöver, die aufgrund der leistungsstarken Felder oft auf engstem Raum stattfinden. Im Gegensatz zu vielen anderen Klassen, die weite Reviere und gleichmäßigen Wind fernab der Küste bevorzugen, legt die Tornado-Klasse Wert auf ufernah, kleine Kurse und somit zuschauerfreundliches Segeln.

„Der Tornado ist die Formel-1 des Segelsports. Da muss man nah am Zuschauer segeln. Das ist wichtiger als der freie Wind auf dem weiten Meer. Und bei vielen kurzen Wettfahrten gleichen sich am Ende Vor- und Nachteile durch Winddreher sowieso wieder aus“, ist Gäbler überzeugt. „Wir wollen daher unser ‚Arena-Segelkonzept’ konsequent umsetzen und Lindau bietet die idealen Voraussetzungen. Gezielt wollen wir neue Wege im Segelsport gehen und freuen uns sehr, dass die Region – vom Lindauer Segler-Club bis zum Stadtmarketing ProLindau – uns so gut unterstützt“, sagt Bronzemedaillengewinner Gäbler, der als Vorsitzender der internationalen Tornado-Klassenvereinigung auch Vordenker der Szene ist.


www.fly-tornado.de

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