DaimlerChrysler North Atlantic Challenge: Dank für Rettung

10. Juli 2003 - DCNAC / „Monsun“-Skipper Flügge spendet der DGzRS/ Gedicht von der Leon de Mar/ „Die meisten Segler können sich kaum vorstellen, welche Maschinerie bei den Rettungsdiensten im Hintergrund abläuft“, sagte Peter Flügge, als er am Mittwoch Nachmittag beim Yacht-Talk der DaimlerChrysler North Atlantic Challenge auf der Bühne stand. Er habe sich davon bei der Rettungsleitstelle der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen selbst überzeugt. Denn die Seenotretter seiner Heimatstadt waren ein wichtiger Baustein in der Kette, die am 20. Juni geholfen hat, ihn und seine Crew zu retten, als ihre Yacht „Monsun“ nach der Kollision mit einem unbekannten Gegenstand gesunken war.

Die Familie Flügge von der untergegangenen Yacht Monsun mit Vertretern der DGzRS (Foto © Michael Meyer / DCNAC)

Im Race Village auf der Kehrwiederspitze bedankte sich Flügge vor mehreren hundert Zuschauern bei der DGzRS mit einem Spendenscheck von bereits mehr als 500 Euro, der „durch das Publikum gerne noch erhöht werden kann“.

Der wurde auf Seiten der DGzRS von Kapitän Ralf Krogmann,

Zweigstellleiter in Hamburg und Kapitän Heiko Wobker, Leiter der

Seenotleitung Bremen (MRCC = Maritime Rescue Co-Ordination Centre)

dankend entgegengenommen. „Wir finanzieren uns ausschließlich aus

Spenden“, erinnerte Krogmann, nachdem Talkmaster Christoph Schumann dem

Publikum nochmals den Ablauf der Funkwege erklären ließ. Die Rettung der

sechsköpfigen „Monsun“-Crew war vom ersten Notruf bis zur Aufnahme durch

die Mannschaft des Hamburger Frachters „Independent Action“ reibungslos

verlaufen, „obwohl sicher nicht nur bei uns in der Regattaleitung bange

Stunden vergingen“, so Gunter Persiehl als Vorsitzender vom Veranstalter

Norddeutscher Regatta Verein (NRV).

Nicht in Seenot geraten, aber doch aufgegeben hatte die „HSH Nordbank“

das Rennen. Ein gebrochener Beschlag des Spinnakerbaum hatte in der

Folge den Mast beschädigt und Skipper Walter Meier-Kothe schon nach

weniger als zwei Tagen keine andere Wahl gelassen, als umzukehren. Am

Mittwoch nun kam der Maxiracer nun in Hamburg an; zunächst huckepack auf

dem russischen Frachter „Socol II“, der bereits 16 Yachten aus Hamburg

zum Regattastart nach Newport in Rhode Island/USA gebracht hatte. Auf

der Reede Neuwerk wurde die ehemalige „Morning Glory“ von Hasso Plattner

dann wieder auf den eigenen Kiel gesetzt und lief unter der üblichen

Begrüßung eines Feuerlöschboots in den Brandenburger Hafen vor dem

Eventgelände ein. „Wir tun dann einfach so, als wenn nichts war“, hatte

Meier-Kothe gescherzt. Die Gäste und Vertreter der „HSH Nordbank“

konnten es verschmerzen, bereiteten sie Boot und Crew dennoch einen

anständigen Empfang.

 

Der Mond ist aufgegangen ...

Unschlagbar komisch geht längst die Crew der Oldenburger „Leon de Mar“

mit der Tatsache um, dass sie die Preisverleihung und Abschlussparty der

DCNAC am Freitag, dem 11. Juli, wohl nicht mehr erreichen wird. Von Bord

heißt es: Hallo Ihr Lieben, es ist schon erstaunlich, wer alles den

Nordatlantik bereist hat. Hier die Spuren eines gewissen Matthias

Claudius:

Der Mond ist aufgegangen,

 

der Himmel ist verhangen,

 

es regt sich keine Luft.

 

Die See liegt schwarz und schweiget

 

und aus den Wogen steiget

 

der milde Meeres-Jod-Salz-Duft.

So steiget ihr Matrosen

 

zum Schlafen aus den Hosen

 

und betet um den Wind.

 

Die Flaute ist ’ne Strafe

 

sie lässt uns gar nicht schlafen

 

Flappende Segel schrecklich sind.

Wir stolzen Menschenkinder

 

sind eitel arme Sünder

 

und können gar nicht viel

 

Wir spinnen Luftgespinste

 

und nennen’s Segelkünste

 

und kommen weiter von dem Ziel.

 

Ovni 43 Leon de Mar

Die Ovni 43 Leon de Mar (Foto © Dan Nerny /DCNAC)

 

Aber hier irrt der Dichter, wir haben wieder Wind und fliegen mit 8

Knoten gen Fair Isle, Freitag 13.30 Uhr ist dann der Wein fällig.

Endlich auch mal etwas Nebel und reichlich Fischerboote, so dass die

Radarwache unser Leben gerettet hat, als Skipper und Großteil der Crew

noch seelig schlummerte. Die Ornithologen unter uns sind begeistert von

Bass-Tölpeln und Papageientauchern.

Wenn alles optimal läuft, werden wir Sonnabend Nacht in Cuxhaven

einlaufen, aaaaber der Deutsche Wetterdienst hat für unsere Ankunft

wieder eine Flaute bestellt, die ab Samstag Nacht die gesamte Nordsee

erfassen soll.. Wenn das nicht Sabotage ist!! Flauten haben ja eine gute

und eine schlechte Eigenschaft. Abgesehen davon, dass man nicht

vorankommt, zuerst die schlechte: Das Flappen der Segel reißt gern mal

einen Riss ins Unterliek des Großsegels. Die gute: Bei Windstille lässt

es sich an Deck prima nähen und kleben, ohne dass einem das Tuch um die

Ohren schlägt.

Alles Liebe vom harten Nordatlantik, Skipper Jürgen "Barawitzka" und

Crew Matthias, Joachim, Barbara, Steffen, Christian.

 

Leser des Seglermagazin.de finden die kompletten Berichte und die Fotos der meisten Yachten in den Artikeln unter

 

DaimlerChrysler North Atlantik Challenge

Die website des DCNAC:

 

www.dcnac.de

 

 

 

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