Baby an Bord ? Aber ja!
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Auch für Babys an Bord gibt es bei genügend Aufsicht, Zuwendung – und Vorbereitung – keine Probleme beim Segeln. (Alle Fotos © Susanne Zimmermann/ seglermagazin.de) |
Immer bloß Wasser und gesetzte Segel – für Tine (9) und Maxie (11) ist das zu wenig. Wahre Freude an einem Törn entwickeln die Geschwister in der Flaute: Dann dürfen sie – mit Schwimmweste – an einem Seil über Bord gehen. Fender zum Reiten erhöhen den Reiz noch. Ab 1,5 Knoten Fahrt ist der Spaß zu Ende, dann wird das zu gefährlich. Bei ordentlichem Segelwetter heißt das: Ausgleich schaffen, dem Frieden an Bord zuliebe. Strand, Kescher und Fischernetz versüßen die Zeit nach dem Anlegen - und die Erwachsenen tun gut daran, den abendlichen Hafen sorgfältig zu wählen.Schöne Strände zum Austoben am Ijsselmeer bieten beispielsweise das Dörfchen Urk am Ijsselmeer, der Schokkerhaven und Hindeloopen.
Lelystad wird mit seiner Batavia-Werft zum besonderen Ausflugsziel: Die Batavia war eines der schnellsten und größten Schiffe des 17. Jahrhunderts: 45 Meter lang, sechs Stockwerke hoch mit 1180 Quadratmetern Segel und 21 Kilometern Tau. Bei ihrer Jungfernfahrt für die Vereinigte Ostindische Companie (VOC) am 6. Juni 1629 ist sie vor der Westküste Australiens gesunken. In Lelystad wurde das beeindruckende Schiff nachgebaut – Besucher können das Ergebnis bestaunen, sehen, wo seinerzeit 341 Personen an Bord untergekommen sind.
Auch das Schiffsmuseum rund um die Batavia bietet genug Anschauungsmaterial für einen Tag Pause in Lelystad, wo als aktuelles Projekt die historische „Sieben Provinzen“ auf Kiel gesetzt wurde. Das riesige Gerippe garantiert runde Kinderaugen. Mehr dazu gibt es ausführlich im Internet unter ww.bataviawerf.nl – allerdings nur in englischer und niederländischer Sprache.
Baby – kein Problem: Kleine schlafen unter Deck
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Baby-Schwimmweste |
Während die älteren Geschwister auf die ein- oder andere Art Zerstreuung suchen, sich an Deck balgen oder im Vorschiff Karten spielen, ist das Brüderchen Cornelius (3 Monate) alles wurscht. Er verschläft die meiste Zeit unter Deck, bis Mutters Milchbar wieder öffnet. Es war eine häufig kritisch kommentierte Entscheidung, den Kleinen mitzunehmen – und letztlich gar kein Problem. Der Knirps stört sich nicht an Segelmanövern oder dem Dieselmotor. Bloß als die Ankerkette kracht, geht er mitsamt Windel an der Decke: Soviel Lärm quittiert Cornelius mit Protestgeheul. Unbedingtes Muss für die „Wurmkiste“ des Kleinen: Ein Fliegennetz. Ganze Mückenschwärme haben es auf seine empfindliche Haut abgesehen.
In diesem Alter ist ein Baby an Bord kein Abenteuer, haben Mutter Claudia und Vater Christoph herausgefunden. Erst, wenn der Nachwuchs krabbelt oder gelernt hat, die eigenen Beinchen zu benutzen, ist ein Schiff ein komplizierter Spielplatz. Obwohl ein Holländer, selbst mit drei Geschwistern an Bord aufgewachsen, auch für die Zukunft beruhigt: Alles eine Frage der Gewöhnung, sagt er.
(Susanne Zimmermann)
Erfahrungen von Seglermagazin:
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Baby Mückennetz |
Wir waren unter anderem mit einem sechs Monate alten Baby auf einer 35-Fuß-Yacht unterwegs. Auch da gabs keine Probleme: Der Winzling kam beim Auslaufen in einer der bequemen Baby-Tragetaschen unter, mit der er genau in den Durchgang zur vorderen Kajüte passte (Durchgang nach achtern geht auch, die Taschen-Liege muss nur ordentlich verkeilt werden). So sicher eingeklemmt, lächelte er bei den ersten Bewegungen der Yacht selig – und schlief schön geschaukelt ein.
Wenn der Kleine von der Mutter im Hafen nach dem Festmachen an Deck kam, wurde er immer schön eingepackt, damit der Wind und die Kühle - oder der starke Sonnenschein – ihm nicht schaden konnten.
Am besten mit Weste
Bei älteren Kindern sind zwei Vorbereitungen wichtig: die Lütten müssen eine - unserer Meinung am besten automatische – Weste tragen. Dass die Weste mit lautem Knall im Wasser aufgeht und wie sich die Kinder im Wasser verhalten müssen, sollte ihnen fast spielerisch vor dem Törn beigebracht werden, damit sie nicht Angst bekommen können. Im übrigen sind Schweden und Dänen, deren Kinder mit (automatischen) Westen durch den Hafen toben, der Ansicht, dass die Lütten nur einmal ins Wasser fallen – danach nicht mehr, weil ihnen das (allein wegen des Knalls ) zu stressig ist. Väter und Mütter können auch mit ihren Kindern zu einem der von Clubs, dem SV NRW und DLRG / DRK Wasserwacht angebotenen Sicherheitstraining gehen, bei dem man mit Weste ins Wasser eines Schwimmbads springt. Auch danach werden die Kleineren diese Art von Schwimmen, vorsichtig geworden, meiden ...
Auch Vercharterer haben sicher nichts dagegen, wenn die Reling mit einem Netz versehen wird (angeknotet), wie es für das Vorschiff einige Yachten haben, damit die Segel nicht ins Wasser fallen können – für Kinder auch gut, so können sie nicht so schell durch die Reling rutschen.
Für Abwechslung sorgen
Vater und Mutter muss allerdings klar sein, dass Kinder nicht sehr lange auf Segelführung und Tempo achten: Für Kinder muss also immer wieder etwas passieren. Übungen mit einem Peilkompass oder einem Windmesser, um dem Skipper zu helfen, oder andere nautische Übungen helfen, die Zeit zum nächsten Hafen zu überbrücken. Vater (jawohl, auch der!) und Mutter sollten zudem Spiele unter Deck bereit haben, die auch bei Krängung und Bewegungen nicht durcheinander fliegen, oder Karten-Quartetts. Auch Hörspiel-Cassetten sind eine hervorragende Unterhaltung.
Trotz aller Spiele: Die Etappen des Törns dürf nicht zu lange dauern, damit es den Lütten nicht zu langweilig wird. Denn Kinder sehen anders ... Ideal ist also bei der Vorbereitung, relativ kurze Strecken zwischen den Häfen auszusuchen. Das Ijsselmeer, aber auch die dänische Südsee eignen sich dafür hervorragend.
Und ein Besuch beim Kinderarzt – der womöglich noch selber segelt (gibt’s ja vielleicht in der Umgebung), kann auch nicht schaden. Dass die Bordapotheke auf kleine und größere Verletzungen und nicht so ernsthafte Erkrankungen eingerichtet ist, versteht sich von selbst.
Schreiben Sie uns doch Ihre Erfahrungen vom Segeln mit Kindern – wir bringen sie im Seglermagazin.de. Vielleicht ein Foto dazu ? ( über Kontakt)
Lesen sie dazu auch den Törnbericht:
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