Americas Cup 2010: Alinghi verliert 0 : 2

15. Februar 2010 - Es war einspannendes Rennen, dieses „Deed of Gift“ Rennen. Es wird nicht nur in die Geschichte eingehen, weil die Amerikaner - vor allem BMW Oracle USA mit Hauptsponsor und Motor Larry Ellison (Oracle) - dieses Rennen von nur zwei Booten nach fast zwei Jahren immer wieder eingeleiteten juristischen Anläufen erzwungen hatten. Alinghi Suisse, zweimaliger Gewinner des Cups und das erste europäische Team, das die Kanne gewann, wollte ja mehrere Crews an den Start bringen. Es wird in die Geschichte eingehen, weil zwei riesige 90 Fuß Mehrrumpfyachten in nur zwei Rennen um die Kanne kämpften.

Alinghi (vorn) und BMW Oracle USA beim zweiten Rennen. (Foto (C) Carlo Borlenghi / Alinghi)

Das Rennen begann am Sonntag gegen 16 Uhr mit fast sechsstündiger Verspätung, weil der Wind zuvor nicht passte. Alinghi bekam am Start eine Strafe, weil der Cat nicht rechtzeitig aus der Startbox heraus war. Laut Alinghi, weil der Raum wegen der vielen Zuschauerboote zu eng war.

BMW Oracle USA, der Trimaran mit dem Tragflügelprofil, kam am Start besser weg und führte zunächst 24 Sekunden. Aber Alinghi SUI hatte die bessere  Seite des Windes und konnte die Amerikaner fast bis zur ersten Wendemarke abhängen. Gut 500 Meter ließen sie die USA hinter sich. Dann kamen die Wenden, um die Tonnen anzuliegen - und Alinghi wendete später als die USA. Vielleicht konnten sie nicht die gleiche Höhe laufen wie die USA. Dadurch verloren die Schweizer Raum und BMW Oracle USA ging als erste um die Marke (plus 28 sekunden). Und auf dem Raumwindschenkel wars das dann: USA 17 zog ab, mit teilweise 30 und später sogar in der Spitze 33 Knoten. Der wahre Wind betrug in etwa zwei Metern Höhe lediglich 7 Knoten !!! Alinghi war auf diesem Kurs rund 2 Knoten langsamer.

Übrigens stand Ernesto Bertarelli, der Schweizer Motor von Alinghi, selbst am Steuer, zeitweise Loick Peyron. Bertarelli hat viel Erfahrung im Steuern von Cats.

 An der zweiten Marke zog die USA weiter weg, der Tragflächentri war zeitweise gut zwei Kilometer voraus. Als der Wind dann gegen 18.20 Uhr nachließ. wurde es nochmals spannend: Alinghi holte auf ! Kurz vor dem Ziel waren es nur noch 500 Meter Distanz.


Doch dann ließ der Wind weiter nach, als BMW Oracle USA bereits im Ziel war. Ergebnis: Alinghi kam 5 Minuten nach den USA ans Ziel.

Zwei Siege reichten den Amerikanern. Larry Ellison und Russel Coutts waren an Bord des Tri. Steuermann war allerdings James Spithill.


Adieu Valencia ! (Foto (C) Luca Butto' / Alinghi)

Wie es weitergeht, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Aber einen Amerikas Cup in Europa wird es wohl nicht geben.

Ein Amerikanisches Team hat laut americascup.com seit 1992 keinen Sieg mehr im Americas Cup gewonnen. Die Crew wird also reichlich gefeiert werden.

www.americascup.com

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