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Hier ankerten einst die Handelsfahrer vor dem Weg zur Ostsee: Der Gemeindehafen von Hindeloopen (Foto Copy; Jo Achim Geschke) |
Wenn der Wind denn günstig steht und nicht zu hart bläst, geht es von Lemmer hinaus aufs Ijsselmeer. Möglichen Routen von hier aus für einen Törn sind nach Süden in das alte Fischerstädtchen Urk, oder hinüber nach Enkhuizen, oder die Küste hinauf nach Stavoren oder Hindeloopen. Geht alles, hängt aber vom Wind, vom Boot und von der Crew ab. Von Lemmer nach Enkhuizen sind es 18, nach Hindeloopen 22 Seemeilen. Wir gehen, weils länger und so schön ist, zum schönen Hindeloopen.
Dazu müssen wir zuerst durch die Schleuse. Keine Sorge, wenn Sie noch wenig Übung im Schleusen haben: das wichtigste sind der Blick auf die nachbarn und eine gute Portion Gelassenheit! In den meisten Schleusen am Ijsselmeer reicht ein leichtes festmachen, eher ein fest hlaten - weil der Höhenunterschied sehr gering ist. Gehen Sie nicht mit zu viel Fahrt in die schleuse, besser weiterhangeln als einem anderen reinbrummen! Berufs-Schiffe sind selten, wenn sie einem begegnen: Jetzt richtig festmachen, mit Leine auf Slip. Achten Sie auf das Schraubenwasser, besonders wenn Sie hinter dem "Laster" liegen: Wenn der Pott vor Ihnen richtig loslegt, drückt es Sie weg. Also nicht zu früh loswerfen, abwarten, bis der Dicke ein Stück raus ist, und dann beherzt mit Gas hinterher.
Es gibt in Friesland und in Holland noch Schleusen, bei denen der Schleusenmeister ihnen an einer Art Angel einen Holzschuh hinhält – also keinen Socken, sondern mehrere Euro reintun. Die dienen oft dem Erhalt der meist historischen Schleusenbauten.
Der "Vrouwezand"
Wer Lemmer verlässt oder ansteuert, kommt unweigerlich an einer der gefährlichsten Untiefen des Ijsselmeers vorbei: Dem "Vrouwezand". Er ist gut ausgetonnt – aber bei Nebel nutzt das gar nichts. Die Tonnen leigen manchmal fast eine Seemeile auseinander. Und auch mit GPS – unterschätzen sie das Flach nicht ! Steht der Wind aus Südwest oder West, geraten sie auch hier im Ijsselmeer auf legerwall. Und das kostet fast immer das Boot, wenn hier etwas passiert – oder Schlimmeres. Viele Yachten sind hier aufgelaufen und auf den harten Sanmdbänken zertrümmert worden. Also immer gut Abbstand halten. Und bei Gewitter – dass es Sie tatsächlich überrascht, sollte bei den heutigen Wetterberichten und dem ständigen Blick auf die Wolken nicht mehr passieren – haben Sie hier nichts zu suchen: ab nach Enkhuizen, raus mitten aufs Ijsselmeer oder in einen Schutzhafen – Hauptsache nicht auf Legerwall!
Der Vrouwezand hat seinen Namen der Sage nach von der Frau von Stavoren, die wohl sehr hartherzig war. Aus Wut über ein an sich kostbares Geschenk, dass sie nicht zu schätzen vermochte – eine Schiffsladung Getreide – ließ sie das Korn in die Zuiderzee kippen. Eine andere Sage erzählt allerdings eine andere Geschichte – vielleicht kennen Sie ja auch eine? Ein gefährlicher Sand war jedenfalls immer die Folge ...
Hindeloopen
Wer in weiten Bogen um den Vrouwezand herum segelt und Kurs nach Norden nimmt, kommt zur weit draußen liegenden Ansteuerungstonne von Hindeloopen und Workum. Von hier aus geht es wegen der untiefen Umgebung unbedingt genau im Fahrwasser – immer an den Tonnenstrich halten ! – nach Hindeloopen. Halten sie sich von der äußeren Hafen-Mole im Westen fern, da liegen dicke Steine rum. Wenn Sie im Gemeindehafen sind – eine Art Vorhafen - backbords abdrehen und zum Anlegen fertigmachen an Steuerbord, an der Tankstelle. Dort residiert der Hafenmeister, der ihnen in dem Gewusel von Hindeloopen einen Liegeplatz anweist.
Hindeloopen ist seit dem 14. Jahrhundert eine Hansestadt, einst sehr reich durch den Handel mit Ostsee-Häfen. Wenn sie aus dem Hafen heraus rechts herum Richtung Ort und Deich gehen, kommen Sie an der altertümlichen Schleuse vorbei – und der berühmten "Leugenbank": Unter einem kleinen Dach sitzen heute noch Alte und Junge und beobachten die einlaufenden Yachten ...
Am Deich steht das alte Haus des Rettungsbootes, jetzt zu einem kleinen, sehr netten Museum über die Rettungs-Schiffer von Hindeloopen ausgebaut. Die modernen, mehr als 70 km/h schnellen Rettungsboote der Niederländer liegen am Fuße des alten Schuppens. Hier am Deich finden Sie auch einfache und gute Restaurants, ein Gang durch die alten Gassen mit den niedrigen Häsern lohnt sich allemal. Wandern sie von hier Richtung Süden am kleinen Entwässerungskanal entlang, treffen sie bald auf ungewöhnliche Beispiele einer ideereichen Architektur für Einfamilienhäuser.
Einen Supermarkt gibt’s auch, und der moderne Yachthafen bietet neben Duschen auch ein Schwimmbad sowie einen Waschsalon und eine Werft mit Bootslift.
Auf der website www.allejachhavens.nl finden Sie weitere Informationen zu Hindeloopen und 230 Yachthäfen:
Eine sehr gute website mit dem aktuellen Wetter am Ijsselmeer :
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